Logbuch
2006 |
|
Teil
4 - Inseln des Dodekanes zwischen Kos und Samos |
|
30.
Juli - 31. August 2006 |
|
![]() |
30.
Juli bis 6. August, Astypalaia - Kos - Kalymnos - Patmos - Phournoi - Samos
Kurz vor 7 Uhr morgens verlassen
wir die Maltezana-Bucht in Astypalaia und machen uns auf dem Weg nach Kos.
Das
Wetter ist prächtig, der Wind ist gemässigt, die Genua ist gesetzt,
aber die Dünung
vom Wind der letzten Tage trifft
uns voll auf die Breitseite.
Je näher wir aber an Kos kommen, beruhigt sich der Wellengang und wir
erreichen die Kamari-Bucht nach etwas mehr als 5.5 Stunden. In der Kamari-Bucht sind ein paar wenige Boote vor Anker und es ist
schön ruhig. Wir verbringen hier die Nacht und fahren am nächsten
Tag um Mittag los. Wir können etwa zwei Stunden schön segeln dann
schläft der Wind ein. Am späteren Nachmittag erreichen wir die
Marina etwas südlich der Kos-Hauptstadt. Zwei Nächte kosten uns hier 45 Euro und die Stempel beim Harbour Master
im Haupthafen 0.88 Euro (grösserer Aufwand für fast nichts...).
Die Marina Kos ist noch ganz schön, nicht ganz schwellfrei,
aber in der Marina oder in der unmittelbaren Umgebung gibt es reichlich Versorgungsmöglichkeiten. Internet gibt's im Marinagebäude
und da kann man sogar mit dem eigenen laptop online gehen.
Eine Besichtigung des Inselinneres mit einem Mietauto zu 40 Euro pro Tag sollte
man sich nicht entgehen lassen. Schöne Landschaften, schöne Orte und
antike Stätten.
Kos links: der Hafen
Kos, Sicht aus der Burg. rechts: im Asklepieion, das erste Spital der Welt
Die Wetterlage ist, trotz Meltemi-Hochsaison,
sehr ruhig und der längerfristige Wetterbericht verspricht stabile Verhältnisse. Es ist genau die Zeit, wo über Nord- und Zentraleuropa immer wieder Schlechtwetterfronten durchziehen und der Meltemi-Motor ins Stocken geraten ist. Wir wollen von dieser Wetterlage profitieren und rasch bis nach Samos gelangen um, falls der Meltemi wieder einsetzen sollte, mit Rückenwind nacheinander alle Inseln des oberen Dodekanes erreichen können.
Die erste Etappe führt uns nach Kalymnos in den Pothia-Hafen beim Hauptort.
In diesem grossen Hafen gibt es eine Pier im südwestlichen Teil des inneren
Hafens wo Jachten römisch-katholisch festmachen können. Verwaltet
wird die Pier durch den harbour master und kostet für meine Schiffsgrösse
4.88 Euro pro Tag. Wasser steht zur Verfügung und Strom kostet 5 Euro
pro Tag.
Im noch ganz hübschen Hauptort kann man sich bestens verproviantieren,
sogar mit frischem Fisch.
Das nächste Ziel ist die kleine westliche Bucht Emporio im Norden von Kalymnos. In den Seekarten ist dort eine Fischzucht eingezeichnet die aber in den letzten Jahren entfernt wurde. Die Überreste der Fischzucht wie eine grosse Boje und jede Menge Unrat am Meeresgrund verderben etwas die sonst sehr friedliche und schöne
Umgebung.
Wir suchen uns einen freien Flecken Sand, lassen den Anker fallen und verbringen dort ganz abgeschieden den Rest des Tages und die folgende Nacht.
Kalymnos links: die Jachtpier
im Pothia-Hafen. rechts: Schwämme
in Hülle und Fülle in Pothia
Wir lassen für unsere rasche Bewegung nach Norden Leros und Lipsi aus, fahren nach Patmos und ankern über Sand tagsüber im kristallklarem und türkisfarbenem Wasser östlich des Kap Prasonisi. Am Nachmittag geht es dann weiter in die Griko-Bucht die sehr gut geschützt ist. Da tummeln sich auch etliche Jachten. Es sind da viele Bojen ausgebracht die gut sichtbar den diversen Tavernen gehören. Wir ankern frei ausserhalb des Bojenfeldes und gestatten uns einen Landgang. Im kleinen Ort Griko gibt es nichts, ausser wenige Häuser, Hotels und Tavernen. Mit einem Taxi (5 Euro) lassen wir uns zur Chora bringen. Leider ist an diesem Tag das Kloster geschlossen und wir müssen die Besichtigung auf ein anderes Mal verschieben. Wir laufen dem schönen antiken Weg entlang nach unten bis zum Hauptort Skala, den wir in etwa 20 Minuten erreichen. In Skala sind zu dieser Jahreszeit (es ist der 4. August) sehr viele Touristen, viele davon Italiener. Wir kaufen etwas ein und fahren mit dem Bus (1.8 Euro pro Person) zurück nach Griko.
Patmos links: Skala in Patmos
an der engsten Stelle der Insel. rechts: die Chora mit dem Kloster
Die nächste Insel ist Phournoi, die südlich
zwischen Samos und Ikaria liegt. Wir erreichen sie nach einer ruhigen Überfahrt
von etwa 4 Stunden und ankern tagsüber in der Bucht Marmaron. Durch die
Reiseführer getrieben, die eine grosse Fischerflotte und gute Tavernen
mit Languste als Spezialität versprachen, versetzen wir uns am späteren
Nachmittag zum Hauptort in der Korseon-Bucht wo wir etwas ausserhalb des überfüllten
kleinen Hafens ankern. Eine grosse Fischerflotte haben wir nicht angetroffen
und die zwei grösseren Tavernen haben uns nicht überzeugt,
obschon sie Spaghetti mit Languste zu stolzen Preisen im Angebot hatten.
Also zurück zum Schiff und ein gutes Nachtessen aus der Rondinara-Küche...
Am nächsten Morgen, als die paar wenige Fischerboote zurück vom Fang in den Hafen einlaufen, mache ich mich schnurstracks daran, von diesen gegen gutes Geld frische Fische zu erbetteln. Da war nichts zu machen. Keiner wollte was verkaufen. Sehr wahrscheinlich in der Hochsaison alles von vornherein für die Tavernen reserviert. Zurück vom Brotkauf habe ich ein völlig unauffälliges Kühlhaus entdeckt, wo man endlich wieder einmal Fisch kaufen konnte und habe mich für die nächsten
zwei Tage eingedeckt.
Phournoi die Haupt-Ortschaft
mit dem "Hafen"
Am nächsten Tag fahren wir nach Samos weiter. Machen in der schönen Bucht Limnionas bei totaler Windstille einen Bade- und Mittagessenstop. Wasser türkisfarben und kristallklar. Kaum ausserhalb der Bucht spielen Delfine an der ruhigen Meeres-Oberfläche. Weiter nach Pythagoreion wo wir in der neuen Marina, die einen Monat zuvor in Betrieb genommen wurde, direkt am Quai einen Platz zugewiesen bekommen. Die Marina bietet noch keinerlei Versorgungsmöglichkeiten, jedoch wenigstens rudimentäre sanitäre Einrichtungen, obschon alle Infrastrukturen aufgebaut sind. Pro Tag bezahlen wir 20 Euro inklusive Wasser und Strom. Im Herbst solle sich dort eine Werft mit Travellift ansiedeln und es werden bereits Buchungen für Plätze im Wasser und an Land angenommen. Preislage in etwa wie Kos. Für's Einkaufen erreicht man den Ort Pythagoreion dem Meer entlang mit einem Fussmarsch von kaum 15 Minuten. In Pythagoreion findet man alles was man braucht. sogar frische Fische. Am Abend ist die Hafenpromenade in Pythagoreion vollgestopft mit flanierenden Touristen und auf der ganzen Länge der Promenade findet man Unmengen von Tavernen die hochspezialisiert auf Touristenfang sind.
In Pythagoreion mieten wir am nächsten
Tag ein Auto und besichtigen das Innere der Insel mit den schönen Landschaften, Bergwäldern, kleinen hübschen Dörfchen sowie die ebenfalls recht schöne Hauptstadt auf der Nordseite.
Samos links: in der neu eröffneten Marina
Pythagoreion. rechts: die berühmte Hafenpromenade in Pythagoreion
8.
August bis 18. August, Samos - Agathonisi - Arki - Patmos
Nach zwei Übernachtungen in Samos fahren wir wieder nach Süden um die übrigen
Inseln des Dodekanes genauer anzuschauen.
Die erste ist Agathonisi. Dort ankern wir am ersten Tag in der Katholikos-Bucht.
Eine schöne, und idyllische Gegend die leider durch Fischzuchten verunstaltet wird. Auch die Wasser-Qualität
wird durch die Fischzuchten reduziert.
Am nächsten Tag gehts vor Anker in die westliche Poros-Bucht. Hier ist die Wasserqualität ausgezeichnet und der Ankergrund, der aus Sand besteht, hält sehr gut. Die nordöstliche Poros-Bucht ist tiefer, sicher noch besser geschützt
aber zu eng um freischwojend zu ankern.
Wir sind zunächst ganz allein und mit Taucherbrille, einem starken Messer und einem Netzsack bewaffnet gehts zur Sammlung von Schalmuscheln, Meeresschnecken und Seeigel für
eine himmlische Spaghetti-Sauce.
Noch einen Tag später gehen wir in Richtung Hauptort um frisches Brot
und sonstigen Viktualien einzukaufen. Die wenigen Plätze an der Pier sind
aber alle besetzt, so ankern wir in der benachbarten Bucht Aghios Georgiu.
Erst hier beim Hauptort bekommen wir mit dem handy wieder eine Verbindung und
sogar Internet via GPRS funktioniert. An Land ist nur ein ganz kleiner Ort
ohne Versorgungsmöglichkeiten ausser ein paar Tavernen . Zum Einkaufen
laufen wir zu der Megalo Choria (so Megalo, dass sie aus etwa 12 Häuser
besteht...) hoch. Etwas weiter weg liegt sogar eine Mikro Choria. Die zählt
nicht mehr und nicht weniger als 5 kleine Häuschen.
In der Megalo Choria gibts einen kleinen Minimarkt mit sehr beschränktem Angebot an frischen Früchten und Gemüse.
Kurz nach uns trifft in dem Minimarkt auch die Mannschaft einer Charterjacht
mit 6 jungen Italienern ein. Der Ladenbesitzer ist bei dem grossen Kundenandrang
total überfordert! Frisches Brot finden wir nicht. Brot ist in Agathonisi nur in einem Restaurant/Hotel beim Hafen erhältlich und an diesem Tag war es ausverkauft. Also blieb uns nichts anderes übrig,
als Brot selber zu backen.
Nach einer Übernachtung in der Giorgiu-Bucht fahren wir wieder in die so schöne westliche Poros-Bucht. Diesmal bleiben wir nicht mehr alleine denn im Laufe des Tages sind bis zu 8 Jachten dort zu zählen,
teilweise mit Heckleinen an Land. In dieser Bucht erleben wir zum ersten mal
einen Besuch durch die coast guard. Sie kommen vorsichtig, ohne grossen Schwell
zu verursachen in die Bucht 'rein, notieren sich die Namen aller Schiffe und
verschwinden ebenso vorsichtig wieder. Irgendwelche Kontrolle der Papiere hat's
nicht gegeben.
Noch eine Spezialität von Agathonisi: die Insel ist bis ins letzte Detail
beschildert. In jeder Bucht ist ein Schild mit dem Namen der Bucht. An Land
jede Menge Hinweis-Schilder als müsste man Horden von Autofahrern sicher
zum richtigen Ort führen und den Verkehr durch Vortritts-, Stop- Parkverbot-
und noch vielen anderen Ver- und Gebote regeln. Bemerkenswert und lustig, denn
Motorfahrzeuge haben wir auf ganz Agathonisi in etwa eine handvoll gezählt.
Agathonisi links: das
Dorf beim "Hafen". rechts: in der westlichen Poros-Bucht
In Arki ankern wir zuerst im Porto Augusta und versuchen etwas einzukaufen. Oberhalb der hübschen Hafen-Ortschaft gibts in Arki einen kleinen Mini-Market, kitzeklein... Angebot seeehr beschränkt, kein Brot, keine frische Früchte. Ein paar Dosen und Teigwarenpakete liegen herum, sonst nichts. Na ja, dann eber wieder Brot backen und an den Lebensmittelreserven weiter zehren.
Wir versetzen uns dann in die südöstliche der Porto Stretto Buchten. Sehr friedlich, sehr ruhig, sauberes Wasser wenn auch nicht kristallklar. Geissenherde mit ihren Glöckchen die aus der ganzen Insel zusammenscharen um zur Tränke zu kommen. Zeitweise waren in dieser Bucht einige Boote, auch grosse Motorjachten. Platz ist aber genügend da und der Abstand zwischen den Schiffen angenehm gross. Grosser Nachteil, kein handy Netz auch nicht beim Dorf. Das nennt man heutzutage Abgeschiedenheit.
Arki links: die beiden Buchten
Porto Stretto. rechts der grosse Platz im winzigen Hauptdorf
Nach
zwei Nächten in Arki fahren wir nach Patmos weiter. Wir waren auf
der Hinreise ja schon da, aber diesmal wollen wir es schaffen das Kloster zu
besuchen und wir wollen auch wieder einmal richtig einkaufen. Wir ankern für
den Einkauf zuhinterst in der Skala-Bucht und gehen mit dem Dinghy an Land.
Schwer beladen kommen wir zurück und versetzen uns dann in die Bucht Agria
Leivadia. Grosse Bucht mit viel Platz. Ankern über Sandgrund. An Land
ein Campingplatz und ein stark frequentierter, schöner Badestrand. Nachts
werden wir aber etwas länger durch eine beach party wachgehalten. Erst
in den frühen
Morgenstunden wird es wieder ruhig. Wir bleiben den ganzen Tag hier und erst
gegen Abend versetzen wir uns in die Griko-Bucht. Von dort kann man besser
das Kloster und den Hauptort per Bus oder Taxi erreichen.
Zum Kloster starten wir sehr früh am morgen und sind um 8 Uhr die ersten Besucher. Das Museum des Klosters stellt eine beeindruckende Sammlung von liturgischen Kunstwerken aus. Wirklich sehenswert. Schade, dass viele Erklärungen
nur in Griechisch verfasst sind.
Patmos ist die Insel, wo der Apostel Johannes von den Römern eine Zeit
lang verbannt wurde und in einer Grotte die Erleuchtung bekam und das Buch
der Apokalypse verfasste. Das Manuskript wurde in einer Nische dieser Grotte
gefunden.
Nach dem Besuch des Museums, des Klosters und der Kirche laufen wir wieder
nach Skala herunter und besichtigen auch die Grotte der Apokalypse.
Danach gehts in den Hauptort hinunter und es gelingt mir sogar Fisch zu kaufen.
Zurück
nach Griko gehts per Bus.
Wie schon erwähnt, ist die Griko-Bucht sehr gut geschützt und durch die vorgelagerte Insel beinahe vom Land umschlossen. Die Wasserfarbe lädt, nachdem man soviele schönere Ankerplätze gesehen hat, nicht so sehr zum Baden ein. So fahren wir für die nächste
Nacht wieder in die Bucht Agria Leivadia. Diesmal keine beach party mehr...
Patmos links: ein kleiner
Platz in der Chora. rechts: der Ankerplatz bei Griko
18.
August bis 29. August, Patmos - Lipsi - Leros
In Lipsi gehen
wir in der Katsoudia-Bucht hinter der Lyra-Insel vor Anker. Auch hier
herrlich kristallklares und türkisblaues Wasser. Wir bleiben vier volle
Tage. Jachten um uns herum hat es genug aber nie auf Tuchfühlung und alle
sehr diskret. Etwa je zur Hälfte Charter- und Eigner-Boote. Einmal nimmt
in der Nacht der Wind ziemlich zu. Wir hören ein Mund-Signalhorn und sehen,
dass ein Segelboot zu der Lyra-Insel driftet. Ich helfe dem Alarmgeber mit meiner
starken Sirene und mit dem starken Suchscheinwerfer um den "driftenden" Skipper
wach zu bekommen. Bevor es zu brenzlig wurde wacht die Mannschaft doch auf und
macht ein neues Ankermanöver an einem besseren Ort. In der Katsoudia-Bucht
gibt es nur eine Taverna und nichts einzukaufen. Wir warten bis ein Taxi in den Örtchen
kommt und lassen uns zum Lipsi-Hauptort kutschieren. Fisch wollte ich ja auch
wieder kaufen aber die Fischer blieben taub und liefen mit ihrem Fang zu den
Tavernen. Einer hatte schlussendlich Erbarmen mit mir und schenkte mir einen
etwas mitgenommenen (es fehltem ihm zwei Beine) Oktopus (oder Sexopus?). Schon
mal was... richtig zubereitet auch was Feines. Der Hauptort ist nicht so besonders.
Die Hafenmole ist zu einer Art Marina umgebaut worden und für Jachten nicht
schlecht. In der ziemlich geschlossenen grossen Bucht sollte auch bei Sturm der
Seegang erträglich bleiben.
Lipsi links: der Hafen beim Hauptort. rechts:
der Ankerplatz bei der Katsoudia-Bucht
Nach einem kurzen Badestop bei der Insel Makronisi
bei fantastisch durchsichtigem Wasser aber ungemütlichem Schwell fahren
wir nach Leros in die Lakki-Marina. Es ist ja langsam wieder Zeit Diesel zu
bunkern.
Die Lakki-Bucht hat eine schmale Einfahrt und
geht tief ins Landesinnere. Im letzten Weltkrieg wurde diese Bucht von der
deutschen und italienischen Marine als Stützpunkt gebraucht und Lakki wurde mehrfach bombardiert. Man
sieht es noch gut, dass der Krieg hier besonders heftig war. Einige Gebäude
erinnern auch an den Baustil der Mussolini-Ära und einige ältere Bewohner
sprechen immer noch italienisch. Die Lakki-Marina ist noch ganz OK obschon der
Schutz bei südlichen Winden nicht gerade gut sein sollte. Im östlichsten
Teil der Bucht ist eine Werft. Der Hauptort ist nicht sehr hübsch bietet
aber sehr gute Einkaufsmöglichkeiten, Caminggas nahe bei der Taxi-Sation
und sage und schreibe ganze drei Fischläden!!!
Diesel bekommen wir per Tankwagen an den Steg geliefert für gut 7% mehr
als an der Tankstelle. Eine Dienstleistung kostet nun mal was.
Nach der reichlichen Verproviantierung, auch frische Fische für 3 Tage, können wir uns erlauben mehrere Tage ohne Landgang zu überleben...
Wir fahren also zum Norden von Leros und gehen hinter der Archangelos-Insel
vor Anker. Sehr idyllische Gegend. Sauberes Wasser. Gut geschützt. Sand als Ankergrund. So schön, dass wir auch hier drei Volle Tage bleiben. Störend sind nur die Fischzuchten, in der Ferne nahe den beiden Zugängen
zu diesem Gebiet.
Wir verlassen am vierten Tag diesen Ankerplatz und fahren südwärts Richtung Alintas-Bucht. In der Alintas-Bucht ankern wir in der nördlichen Ecke und gehen per Dinghy auf Einkaufstour. Frisches Brot, Früchte und Gemüse finden wir in der Nähe.
Wir fahren dann weiter zu der Panteli-Bucht wo wir vor dem Strand vor Anker
gehen.
Am nächsten Morgen, als die Jachten aus dem kleinen Hafen auslaufen, gehen wir längsseits in eine kleine Lücke und machen einen langen Spaziergang bis zu der Ortschaft Alintas wo wir frische Fische an einem Stand nahe dem Hafen kaufen können. Zum Panteli-Hafen zurückgekehrt treffen wir dort ein Fischerboot der haufenweise fangfrische Makrelenhechte (wissenschaftlicher Name belone belone) in ein Kühlwagen befördert. Ich frage nur kurz, ob ich ein Kilo davon haben könnte. Ja klar. Ein Plastiksack mit weit mehr als 1 Kilo wird gefüllt und ich bezahle dafür 5 Euro. Wauw! Sind nicht so edle Fische aber im Geschmack ähnlich wie Sardellen und eigen sich auf verschiedene Arten zubereitet zu werden wie fritiert, in der Pfanne mit Knoblauch und Petersilie gebraten oder auch fritiert und in Tomatensauce eingelegt. Jetzt sind wir reichlich eingedeckt und ich werde wohl einige Gerichte vorkochen müssen und im Kühlschrank für
schlechtere Zeiten aufbewahren.
Leros links: Blick aus der Marina in Lakki.
rechts: Panteli
Wir verlassen dann wieder den Hafen und fahren
wieder zum Ankerplatz hinter der Archangelos-Insel.
Gegen Abend des zweiten Tages steht etwas Schwell beim Ankerplatz, so beschliessen
wir für die Nacht in die tiefe und verwinkelte Partheni-Bucht, vorbei an die militärischen Installationen, dem Flughafen und der Partheni-Werft, zuhinterst vor Anker zu gehen. Absolut ruhige Ecke aber das Wasser ziemlich undurchsichtig und grünlich.
Ein paar Boote scheinen hier dauerhaft vor Anker zu liegen.
29.
August bis 31. August, Leros - Kalymnos - Platy
Nach einer sehr ruhigen
Nacht fahren wir der Ostseite von Leros und Kalymnos entlang in die Palaio-Bucht.
Während der gemütlichen Fahrt mit nur 5 Knoten können wir eine Delfinschule beobachten die ruhig an der Oberfläche
umhertreibt und allemal keine Lust hat vor unserer Bugwelle zu spielen.
In der Palaio-Bucht sind wir zunächst ganz allein. An Land zwei Ziegenställe
und ein Hühnerstall, etwas weiter hinten, zwischen Bäumen versteckt,
3-4 kleine Häuschen. Etwas später kommt ein Mann im mittleren Alter
auf einem kleinen Motorboot vorbei und fängt sofort an, mit uns in nahezu
perfektem Italienisch zu sprechen. Er erzählt uns seine Geschichte, wie
er in dem winzig kleinen Ort mit seinen Geschwister aufgewachsen ist. Zur Schule
gings kilometerweit zu Fuss über einen schmalen Weg. Wie er selbstdidaktisch
7 Sprachen gelernt hat. Eine zeitlang als Schwammtaucher arbeitete, später
für
einige Jahre nach England auswanderte und jetzt als Primarschullehrer im Kalymnos-Hauptort
einen Job hat und dort auch seine Familie wohnt. Bei den Palaio-Häuschen
betreibt er in der Sommersaison in one man show eine kleine Taverna. Nicolas,
so heisst der Mann, schenkt uns frische Feigen und Mandeln aus seinem Garten
sowie eine herrlich duftende Nelke für meine Frau. Ein wirklich interessanter,
absolut nicht aufdringlicher und gebildeter Mann mit dem man sich gerne unterhält.
Er lädt uns selbstverständlich zum Nachtessen in seine Taverna
ein. Hätten wir gerne gemacht aber wir müssen zuerst unseren
Fischvorrat verzehren. Allzulange kann man ihn nicht aufbewahren.
Etwas später kommt eine Charterjacht mit einer deutschen Männercrew in die Bucht und ankert unweit von uns. Diesmal kann Nicolas -er spricht mit ihnen Deutsch- Gäste
gewinnen.
Kalymnos die Palaio-Bucht
Nach einer sehr ruhigen Nacht, man hört gegen Morgen nur den Hahn und die Glöckchen der Ziegen, ziehen wir weiter zu der Insel Platy gegenüber von Pserimos.
In Platy ankern wir kurz hinter dem Nordkap in einer ziemlich offenen Bucht über einem Sandflecken in herrlich klarem Wasser. Die Wetterlage ist ziemlich ruhig, so bleiben wir über Nacht hier.